Kontakt | Impressum | Sitemap

Chronik

Die Niederaichbacher verstanden es schon immer den Fasching gebührend zu feiern. Schon vor 1930 fanden hier regelmäßig Faschingsumzüge statt.


Aufnahme der Niederaichbacher „Maschkeras“ um 1930 vor dem heutigen Kiefel-Anwesen
Foto: E.K.

1948 verfasste H. Winter Sen. ein Gedicht zur Faschingszeit über die Spielvereinigung Niederaichbach. Hier ein paar Auszüge:

Ein Hofschauspieler und Figurengestalter
ist Bauer, des Schlosses Oberverwalter.
Er reisst hin zu stürmischen Applaus,
das Niederaichbacher Schauspielhaus.
Beim Fussball rennt er und tut schwitzen,
und wer ihm zu nah kommt, der hat ein paar sitzen.
Auf etwas haut er immer, dass ist gwies,
obs nun der Ball oder s` Schienbein vom andern is.
Ob wir verlieren tun oder siegen,
die Hauptsach is, die Fetzen fliegen.
Meint Petschko, und legt kühn im Schwung,
den Rapp aus Wörth im Strafraum um.
Ein grosses Talent als Stürmer und Läufer,
ist Eder Rich, doch auch ein Säufer.
Er stieg hinein ins neue Jahr,
mit einem Rausch ganz fürchterbar.
Der Weigel Kurt hat wie man weiss,
zu tun in seinem Kundenkreis.
Doch Minnedienst des Nachts beim Schatz,
schwächt sehr den Stoss am Fussballplatz.
Der Franz ist ein Tormann von Format,
ist auch ansonsten gar nicht fad.
Was er macht macht er mit Gefühl,
bei Fraun wie auch beim Fussballspiel……….

Während des Krieges gerieten die Faschingsumzüge in Vergessenheit. In den 60iger Jahren lebte dieser Brauch wieder auf. An verschiedenen Faschingsveranstaltungen nahmen die jeweiligen Ortsvereine, die Schuljugend und die Bevölkerung teil. Nachmittags trafen sich die „Maschkeras“ im Schulhof, wo man sich zu einem langen Zug formierte. Angeführt wurde dieser Zug vom Spielmannszug der Hubertusschützen. Hunderte von Schaulustigen säumten damals wie auch heute die Straßen, als sich der Faschingsumzug durch die Ortschaft bewegte.

 


Faschingsumzug 1962
Foto: Bonengel Manfred

Fasching 1962 Hochzeitspaar
Foto: Bonengel Manfred

Nach dem Umzug durch das Dorf traf man sich auf dem Sportplatz. Dort fanden dann Radrennen, Sackhüpfen, Schubkarrenrennen und Fußballspiele der sog. „Damen-Elf“ statt. Nachmittags veranstaltete man für die Kinder in der Schlossschänke einen großen Kindermaskenball. Abends feierten die Erwachsenen im Schlosssaal ihren Faschingsball mit Maskenprämierung.


Faschingsumzug Februar 1963
Foto: Fam. Mischko

 

 
 Sportlerball Niederaichbach Fasching 1966
Gutenberger Rosemarie, Schlichtmeier Renate, Fr. Beutelhauser, Gutenberger Edgar, Schlichtmeier Reinhold, Klaus Toni, Stuckenberger Erich, Giebel Rolf, Giebel Rosa u.a.
Foto: Fam. Schlichtmeier

Nach einiger Zeit gerieten die Faschingsumzüge in unserem Ort abermals in Vergessenheit. In den 80iger Jahren fing man wieder an diesen Brauch neu zu entdecken. Vereine, sonstige Gruppen und Einzelpersonen wählen ein Thema, schmücken ihre Wägen, nähen oder kaufen sich Kostüme und nehmen an diesem Faschingsumzug teil. Seitdem ist der Faschingsumzug in Niederaichbach – oder der „Gaudiwurm“ – fester Bestandteil unseres Ortes.