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Kirche St. Andreas

StAndreas

Bis zum Jahre 1860 stand in Goldern eine sehr schöne romanische Kirche mit einer Friedhofsanlage. Der Bau auf einer Anhöhe inmitten des Haufendorfes, beeindruckte sogar Bischof Riedl, der Goldern 1849 besuchte. Er fertigte eine Zeichnung des romanischen Gotteshauses, das durch Rundbögen charakterisiert war, mit dem Datum 06. September 1849 an.

Um 1860 wurden italienische Gastarbeiter aus Udine mit dem Bau einer neuen Backsteinkirche beauftragt, die die Größe der Vorgängerkirche übertreffen sollte. Der wehrhafte alte Turm blieb allerdings noch bis 1890 erhalten.

Erst dann fand die Einweihung des neuen, schlankeren und dem Stil der Kirche auch in der Höhe angeglichenen Turmes statt. Beim Neubau der Friedhofsmauer 1988 – 1990 wurden zahlreiche Knochenreste gefunden. Wahrscheinlich sammelte man beim Kirchenbau die Knochen und beerdigte sie am Rande der Mauer.

Bildhauer J. Schuller fertigte 1868 den Entwurf für die Innenausstattung der neuen Kirche an. Am Hochaltar dargestellt ist der Kirchenpatron St. Andreas. Beidseitig befinden sich Statuen der Apostelfürsten Petrus und Paulus. Der linke Seitenaltar beinhaltet ein Bild der „Unbefleckten Empfängnis Marias“ (Dogma 1854), der rechte ein Gemälde des hl. Josef. Harmonisch ins Gesamtbild eingefügt ist der Volksaltar.
1866 schuf Meister J. Rödl aus Landshut die Orgel. Das Schleifladenwerk verfügt über 10 Register. Die 1917 für den Krieg beschlagnahmten Pfeifen sind bis heute noch nicht ergänzt worden. An der Südinnenseite der Kirche befindet sich ein mächtiges Kreuz. Am Fuße steht Maria, vom Schwert durchbohrt. Bemerkenswert ist auch das nördliche und südliche Kirchenportal: Es handelt sich um eine schwere Holz- und Schmiedearbeit.

Am 22.06.1997 (Weihetag der Kirche: 22.06.1903) wurde die Kirchenrenovierung feierlich abgeschlossen. Die Kirche erstrahlt im neuen Glanz – in der Nazarenerfassung aus dem Jahre 1896 des Kirchenmalers Jakob Hämmerl aus Deggendorf – . Durch umfangreiche Freilegungsarbeit der beiden Engel, des Chorbogens und der beiden Deckengemälde (Jesus am Ölberg und der 12jährige Jesus im Tempel) ist die ursprüngliche Fassung wieder hergestellt worden.
Text:
AMAG Vereinigte Kirchen-Kulturbuch-Verlage
„Kirchen, Klöster Pilgerwege in Deutschland“
Fotos:
Hans Harant