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Die Schmiede

 

winterschmiede

Die Schmiede in Niederaichbach besteht schon seit mehr als 400 Jahren. Als neue „Herrschaften“ im Schloss einzogen, brachten sie damals ihren eigenen Schmied mit. Vor über 400 Jahren kam so die Familie Zeiller nach Niederaichbach. Es handelte sich dabei um ein altes, ehrbares Bürgergeschlecht und stammte ursprünglich aus dem Allgäu.

Zu Kempten wurde der Familie Zeiller 1560 ein Wappen verliehen. „Sie führen im schwarzen Schilde auf rothem Schrägbalken drei silberne Rosen, beseitet von je einem goldenen Löwen. Der geschlossene Helm trägt als Kleinod einen wachsenden, goldenen Löwen. Die Helmdecken zeigen rothe, silberne, gold und schwarze Tinkturen.“

 

wappenZeiller

An heutiger Stelle der Schmiede stand jahrhundertelang eine Schmiede aus Holz. 1901 wurde der Holzbau durch einen soliden Steinbau ersetzt. Um 1900 arbeiteten Zeiller Anton, Zeiller Johann und Zeiller Martin dort als Schmiede.

Es wurden Pflüge geschmiedet, die Eisenteile der Wägen gefertigt, Eisstöcke und Wasserleitungen hergestellt, Brunnen geschlagen, Pferde und Ochsen beschlagen, Werkzeug repariert, eiserne Wagenreifen gefertigt und die Klauenpflege der Tiere wurde ebenfalls in der Schmiede durchgeführt. Eine Wasserleitung, die 1899 noch in Betrieb war, führte von Goldern ins Schloss Niederaichbach. Diese Wasserleitung wurde ebenfalls vom dorfansässigen Schmied gewartet und repariert.

Neben der Schmiede wurde auch das bäuerliche Anwesen von Zeiller Anton, einem Bruder des Schmiedes bewirtschaftet. 1937 wurde Josef Zeiller als 17jähriger mit der Ausbildung als Schmied fertig. Zur damaligen Zeit arbeitete er noch 2 Jahre mit seinem Vater in der Schmiede. Obwohl Zeiller Josef in der Schmiede nicht zu entbehren war, wurde er mit 19 Jahren dienstverpflichtet und musste in Regensburg in einer Schiffswerft eine Umschulung zum Schlosser absolvieren. Dann wurde er eingezogen und musste in den Krieg. Nach Kriegsgefangenschaft kehrte er 1948 nach Niederaichbach zurück und übernahm die Schmiede. Damals arbeiteten noch ein Geselle und sein Vater in der Schmiede.

Zur damaligen Zeit gab es in jeder Ortschaft einen eigenen Schmid, da die Arbeiten des Schmiedes lebensnotwendig waren. Es gab in den umliegenden Dörfern wie Oberaichbach, Wolfsbach, Goldern, Niederviehbach, Wörth, Postau, Weng usw. jeweils einen dorfansässigen Schmied.

 

Steg

Über den Bach führte damals ein kleiner Steg, der sogenannte „Meßnersteg“, den die Familie Zeiller anfertigte, um den Weg zur Schmiede abzukürzen.

Bis 1972 war die Schmiede in Betrieb, dann wurde sie geschlossen.

 

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Kage Daniel als kleiner Junge und Bauer Anton um 1960 vor der Schmiede mit Pferd Moritz