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Geschichte

In der Geschichte unseres Landes erfahren wir erstmals, dass ein niederbayrischer Herzog und König von Ungarn, Otto III., im Jahre 1311 gegen die Gewährung einer Sondersteuer den Adeligen die niedere Gerichtsbarkeit auf ihren Gütern überließ. Dieser Akt, bekannt unter dem Namen „Ottonischen Handfeste“, bewirkte, dass in unseren Dörfern Ober- und Niederaichbach die Hofmarks- und Dorfrechte bis zum Jahre 1848 Gültigkeit besaßen. Im 19. Jahrhundert nannte sich diese Einrichtung dann Patrimonialgericht. Niederaichbach wurde bereits 1444 zur Hofmark erhoben, das Datum von Oberaichbach ist unbekannt.

Die Besitzer des Dorfes Niederaichbach:

Die Aichpeckhen könnten vom Namen her die ersten Niederaichbacher Ritter gewesen sein. (Aichpeckh= Aichbach). Es gab Beurkundungen mit dem Namen Aichpeckh, allerdings ohne Ortsbezug. Das bedeutende Rittergeschlecht der Staudacher aus Staudach tritt in der Nähe Niederaichbachs als Urkundensiegler auf, dieses zeugt aber nicht von einem Besitzrecht und ist somit als Dorfbesitzer nicht nachzuweisen. Die Besitzer des Dorfes Niederaichbach nutzten die vom Herzog verliehenen Lehen.

Zwischen 1410 und 1420 kamen die Hermstorfer (Hörmannsdorfer) in den Besitz von Niederaichbach. 1495 enthob der Herzog wegen Brudermords die Hermstorfer der Herrschaft in Niederaichbach.

1507 erhielt Siegmund von Königsfeld endgültig die Hofmark Niederaichbach. Das Königsfelder Geschlecht starb 1737 in Niederaichbach aus.

 

Allianzwappen

Allianzwappen des letzten Königsfelders auf Ober- und Niederaichbach, von Michael Wenning um 1720

Reichsgraf Georg Josef Max von Königsfeld wurde am 13. Mai 1664 geboren und starb am 19. Juni 1745. Über mehr als 200 Jahre waren die Königsfelder auf Niederaichbach die Diener vieler Landesherren, Herzöge, Könige und Kaiser. Die Königsfelder gehörten zum einfachen Ministerialenadel, zur Gruppe der adeligen Hofdienerschaft. Um 1500 erhielt der berühmteste von ihnen die Hofmark Niederaichbach für treue Dienste von Kaiser Maximilian. Auf dem Reichstag von Regensburg, am 09.04.1654 erhob Kaiser Ferdinand einen Königsfelder in den Reichsfreiherrnstand, am 14.09.1686 verlieh Kaiser Leopold dem Hause Königsfeld den Titel „erblicher Reichsgraf“, deshalb die Grafenkrone über den drei Wappenschildern. In der Mitte das Stammschild der Königsfelder, flankiert von den Wappen zweier adeliger Ehefrauen. (Allianzwappen)

Die Königsfelderwitwe ehelichte 1737 einen Grafen von Closen.

Um die Wende 18./19. Jahrhundert geht die Niederaichbacher Hofmark in die Hände der Grafen von Seyboldsdorf über.

Im deutschen Revolutionsjahr 1848 wird der Hofmarksstatus, der schon seit geraumer Zeit Patrimonialgericht hieß, beendet. Staatliche und kommunale Einrichtungen begannen eine moderne Staatsverwaltung.

Die Besitzer des Dorfes Oberaichbach:

Ebenso wie in Niederaichbach war Oberaichbach ursprünglich ein Adelssitz und genau so wie in Niederaichbach ist in früheren Urkunden von einem Turm die Rede, der als Markierungspunkt diente. Türme solcher Art sind „Sparburgen“ aus der früheren Ritterzeit. Bedienstete der Herzöge wurden mit Dorbesitz und den dazugehörigen Schutzeinrichtungen (Turm) entlohnt. Dies war der Beginn des landsässigen Adels hier bei uns. Im Jahre 1521 wurde dieser Turm nicht mehr erwähnt, ein Zeichen, dass er bereits verfallen gewesen sein muss. In Niederaichbach stand er zu damaliger Zeit noch.

Ca. 11./12. Jahrhundert unbestimmbare Zeit früherer Dorfbesitzer.

Nachweisbare Einzelbesitzungen der Frauenhofer und Preysing, die Dorfherrschaft ist nicht nachweisbar.

Im 15. Jahrhundert wurden die sehr reichen Münchner Patrizier Liegsalz und Lagelberger die Oberaichbacher Dorfbesitzer.

Der Tyroler Pfleger (Herr eines Landgerichts) und Adelige Oswald Schurf wurde neuer Dorfherr. Er ließ 1559 das 1521 datierte Dorfrecht von Oberaichbach abschreiben.

Das Adelsgeschlecht der Trainer erwarb von Oswald Schurf die Hofmark.

1625 kaufte Wolf Ehrenreich von Königsfeld auf Niederaichbach den Trainern die Hofmark Oberaichbach ab.

 

WappenderDorfbesitzer

Wappen der Dorfbesitzer auf Ober- und Niederaichbach – Aus dem Wappenlexikon des ausgestorbenen bayerischen Adels, Bibliothek Burg Trausnitz

Somit war Oberaichbach mit dem wechselnden Geschick der Niederaichbacher verbunden. Die Wechsel der Besitzer in Niederaichbach galten auch für die Oberaichbacher, bis zum Ende der Hofmark, als staatliche Organe eine neue, öffentliche Verwaltung aufbauten.