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Chronik

Im Jahre 1947 holten Max Meier und Bruno Bauer den Ehm Hans von seinem Apfelbaum und fuhren nach Dingolfing um dort einen Sportverein beim Bayerischen Fußballverband anzumelden: Die Spielvereinigung Niederaichbach.

MaxRosaMaier
Max und Rosa Maier Wirt im Vereinslokal „Schlossschänke“ Aufnahme aus etwa aus den Fünfziger Jahren
(Bildnachweis: Hans Daffner)

Jetzt musste ein neuer Fußballplatz her. Der alte Sportplatz an der Isar war ob seiner langen, kriegsbedingten Verwaisung zum Tummelfeld für Mäuse und Maulwürfe geworden. Diese wurden vertrieben und die Niederaichbacher waren mehr Kammerjäger als Torjäger.
Trockenübungen zur damaligen Zeit. Da keine Turnhalle zur Verfügung stand wurde im Saal der Gastwirtschaft „Schlossschänke“ trainiert.

Trockenübungen
Aufnahme etwa um 1960
(Bildnachweis: Hans Daffner)

Allerdings nahmen die Sportplatzmäuse bittere Rache: Ihre Nachkommen fraßen später die Vereinschronik, weshalb man heute für die Jahre vor 1961 nur noch aus Erzählungen der Veteranen etwas weiß. Die Gründungszeit des Sportvereins liegt größtenteils im Dunkeln.

Spvgg1948
Spielvereinigung Niederaichbach 1948
Hofbauer X., Radulla W., Weigl K., Förster E., Moosburger A., Czojor H., Mira H., Mrugalla Fr., Moosmüller A., Klaus Fr., Krause H., Müller A.

Mit „Schanzers Holzgaser“ oder einem Bulldog mit Anhänger fuhr man zu den jeweiligen Spielen in der Umgebung.

Sammelplatz
Sammelplatz der Fußballspieler vor dem „Kiefel-Haus“ zu Auswärtsspielen anderer Vereine
Aufnahme aus den Fünfziger Jahren

Besonders zu erwähnen sei Bruno Bauer, der damalige Verwalter des Schlosses und die damalige „Vereinsmutter“ Frau Eder die an die 20 Jahre mit den Spielern fuhr und sie mit Zitronentee fit hielt.

Die Damen hatten von Anfang an einen festen Platz im Verein. Diese „Fußballbräute“ waren für das Gedeihen des Vereins überaus wichtig, denn wer konnte besser als das holde Geschlecht unter den Zuschauern den Ehrgeiz der Helden anspornen oder diese nach einer Niederlage trösten! So waren die Niederaichbacherinnen die geheimen Spielführer. Ihr Lohn war so manche Ehe, die sich auf dem Sportplatz anbahnte. Dadurch wurde der Fußballsport in Niederaichbach zu einem wahren Publikumssport.

Auf dem Fußballplatz lernte man echten Teamgeist, der Einzelne musste sich einfügen in seine Mannschaft. Dies übertrug sich auch auf die gesamte Dorfgemeinschaft. Bald gründeten die Mitglieder des Sportvereins auch eine Theatergruppe. Und so wurde Theater nicht nur für die eigene Kasse gespielt, sondern auch zum Nutzen und Gedeih der anderen Vereine, für die Ortsverschönerung und sogar für den neuen Beichtstuhl in der alten Pfarrkirche zu Reichersdorf.

Als jemand Holz für die neuen Fußballtore stiftete, gingen die Spieler bei ihm – als Gegenleistung – Kartoffeln „klauben“. Die gegenseitige Hilfe wurde damals noch sehr groß geschrieben.

1964 wurden auf dem Sportplatz 2 Lichtmasten aufgestellt. So konnte man auch bei Dunkelheit trainieren. Bürgermeister Pusl stiftete in diesem Jahr das erste Banner der Spielvereinigung Niederaichbach.

Bannerweihe1964
Bannerweihe 1964
Bürgermeister Pusl, Zeiller Hans, Gutenberger Edgar, Erlmeier Hans, Kiefel Werner, Giebel Rolf

Um auch den Breitensport zu fördern, bemühte sich der Verein ebenfalls um einen Termin für einen Volkswandertag in Niederaichbach. Am 29. August 1971 war es dann soweit. Niederaichbach war übervölkert von Wanderern aus ganz Deutschland und Österreich. Nach langen Vorbereitungen wurde in Zusammenarbeit mit dem damaligen Schützenverein eine der schönsten Wanderstrecken im Umkreis gefunden.

MedaillenVolkswandertage
Die Medaillen der Volkswandertage in Niederaichbach in Form der angrenzenden Nachbarländer

Es kamen 2000 Wanderer um sich die Medaille mit Silberrand (für 10 km) oder mit Goldrand (für 20km) zu erwandern.

Volksmärsche
Weitere Volksmärsche, wie der oben gezeigte, wurden noch 1972, 1973 und 1974 durchgeführt.

1969 wurde dem Sportverein eine Leichtathletikabteilung angegliedert. In erster Linie waren es die Geher die unter der Leitung von Gerd Langner für Aufsehen sorgten. Am Anfang noch belächelt, konnten Gerd Langner und Franz Hohenester zahlreiche Niederbayerischen Meisterschaften mit nach Hause bringen. Die Mannschaft mit Hohenester Franz, Kohout Ludwig, Hendlmeier Stefan und Gerd Langner gehörte damals schon zur bayerischen Spitze. Fast jedes Jahr wurde in der Gemeinde Niederaichbach ein Geherwettbewerb durchgeführt. Unvergesslich ist auch der 7-Länderkampf, bei dem auch die amerikanische Nationalmannschaft zu Gast war. Weitere Wettbewerbe wie 1985 die Süddeutsche und die Bayerische Meisterschaft im 50 km Gehen wurden hier ausgetragen. Einen hohen Stellenwert hatte dabei die Jugendarbeit. Die Früchte dieser Arbeit waren damals Renate Warz, Gabi Daffner, Reinhard Daffner und Gudrun Warz, um die Erfolgreichsten zu nennen. Gabi Daffner und Renate Warz erzielten noch einige deutsche Rekorde.1981 schloss sich die Leichtathletik Abteilung mit der Leichtathletikabteilung des TVS Mainburg zur LG Mainburg/Niederaichbach zusammen. Ab diesem Zeitpunkt war die LG eine der erfolgreichsten Gehsport treibenden Vereine Deutschlands. Der Höhepunkt für die Spielvereinigung Niederaichbach war die Europa-Meisterschafts-Teilnahme von Renate Warz im Jahr 1986 in Stuttgart.

Geher
Renate Warz und Gabi Daffner bei den Europa-Meisterschaften

Im Jahr 1981 erhielt die Spielvereinigung kostenlos das ehemalige Informationszentrum der KKI GmbH. (damaliges Kernkraftwerk Isar) Nach reiflicher Überlegung entschied der damalige Vorstand dieses Informationszentrum als zukünftiges Vereinsheim auf- und auszubauen. Die Gemeinde Niederaichbach stelle dann 1982 ein geeignetes Grundstück zur Verfügung. Am 25.04.83 wurde dann mit dem Bau begonnen. Bis zur endgültigen Fertigstellung im Jahr 1984 wurden insgesamt 10.000 freiwillige Arbeitsstunden von Vereinsmitgliedern geleistet.

ehemaligesSportheim
Das ehemalige Vereinsheim der Spielvereinigung Niederaichbach

Im Sommer 1982 wurde dann mit dem Bau einer Freisportanlage begonnen. Zu dieser Sportanlage gehörten: 2 Fußballfelder, 1 Tennisplatz, 1 Hartspielplatz, 1 Kugelstoßanlage, 1 100m-Tartanbahn. Die Einweihung erfolgte am 16.07.1983.

Im Herbst 1972 wurde die gemeindeeigene Turnhalle fertig. Durch die Gründung einer Frauengymnastikabteilung erlebte die Spielvereinigung einen erheblichen Mitgliederzuwachs. Die damaligen Übungsleiter/Innen nahmen sich auch des Kinderturnens an, aus dem das heutige Mutter-Kind-Turnen entstanden ist.

Weitere Informationen der heutigen Spielvereinigung finden Sie unter www.spvgg-niederaichbach.de.

Text © Hans Stippel Festschrift Sportverein Niederaichbach, Fotos: Bonengel Manfred