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Entstehungsgeschichte

Am rechten Steilufer der alten Isar, auf dem heutigen Sprenganwesen (Ortsausfahrt nach Landshut, rechts, letztes Haus) befand sich noch im 18. Jahrhundert eine Eremitenschule, die im Zuge der Aufklärung aufgegeben wurde.

Der traditionelle Schulort der Niederaichbacher, seit 1607 nachweisbar, war jedoch Reichersdorf.

SchuleReichersdorf
Das alte Schulhaus in Reichersdorf. Das Bild stammt aus dem Jahre 1974, aufgenommen von Hans Stippel.

1823 errichtete man dieses Schulhaus nach einem 12 Jahre dauernden Streit. Diese Querelen beleuchten in so einmaliger Weise den schwierigen Übergang von der ganz alten Mesnerschule in die „Moderne“ Volksschule des Reformers Graf Monteglas um 1805, so dass das Bayerische Nationalmuseum in München im großen Schulmuseum in Ulm den Reichersdorfer Schulstreit für darstellungswert hielt. Zuerst existierte nur eine einklassige Schule, später eine zweiklassige. Nach dem 2. Weltkrieg wurde die Schule vierklassig. Durch den enormen Flüchtlingszuzug wurde diese Schule zu klein.

Vor dem 2. Weltkrieg gab es eine „Kleine Schule“ die die Klassen 1 – 3 umfasste und eine sog. „Große Schule“ die die Klassen 4 -7 umfasste. Die Feiertagsschule fand jeweils Samstags statt. Später wurde die Feiertagsschule in Reichersdorf durch die „Apelle“ der Hitler Jugend abgelöst. Da alle Jungen und Mädchen in der Hitler Jugend aktiv sein sollten, gab es mehr oder weniger keine Feiertagsschule mehr.

Ein damaliger Lehrer zu den Jungen und Mädchen in Niederaichbach: „Wenn ich wegen euch Dreckskerlen auch noch am Samstag Schule halten muss, dann gnade euch Gott!“ Dieser Lehrer wollte alle Jungen und Mädchen in der HJ sehen, damit sein Unterricht am Samstag ausfiel. Nur ein einziger Junge aus Goldern durfte von seinem  Vater aus nicht in die HJ eintreten und dieser Junge sagte zu diesem Lehrer:    “ Und wennst mich daschlaggsd, mei Vadda lassd mi ned in d Hitler Jugend!“

Im Spätherbst 1954 war die neue Schule in der „Au“ (Niederaichbach) bezugsfertig. Im Vertrauen auf die Hochwasserfreilegung der Isar hatte man sich mit dem Schulgelände sehr nahe an die Isar gewagt, die im Frühsommer 1954 ein letztes, verheerendes Hochwasser führte und dem neuen Schulgebäude schwere Schäden zufügte. Die Schutzdämme waren damals noch nicht ganz fertig gestellt.

SchuleNiederaichbacherau
Schulgebäude in der Niederaichbacher „Au“ Mitte der Fünfziger Jahre
Ein Stück alte Dorfstraße ist entlang dem Schulgebäude noch erkennbar.
Foto: M. Bonnengl

Die Schulen in Wörth, Niederaichbach, Oberaichbach, Goldern und Wolfsbach mussten durch die gestiegenen Anforderungen der Nachkriegszeit dem differenzierten Schulsystem der Verbandsschule weichen. So entstand in Niederaichbach ein Schulort für 14 Klassen, in Wörth eine für 4 Klassen. Das Volksschulreformgesetz von 1966 verlangte dies. Der Start des Verbandsschulwesens erfolgte dann 1972. Der Neubau der Schule Niederaichbach war bezugsfertig. 1984 konnte ein weiterer Anbau fertiggestellt werden und die Schule besaß jetzt mehrer Fachräume wie Handarbeitssaal, Werkraum, Physikraum eine Lehrküche und weiteres.

Text und Foto
© Hans Stippel