Kontakt | Impressum | Sitemap

Chronik

In den „Fünfziger Jahren“, als sich Deutschland nach dem Krieg wieder wirtschaftlich erholte, konnte man die Gebrauchsgüter des täglichen Lebens wieder leichter erwerben.

Vieles was „alt“ war, sah man nun als Gerümpel an und warf es auf den Müll. Wertvolles bäuerliches Gut fiel damals der Modernisierung zum Opfer. 1965 fasste der Niederaichbacher Georg Huber den Entschluss, diese alten Gegenstände zu sammeln. Im einem alten Anwesen im Brenner Weg wurde diese erste Sammlung notdürftig untergebracht, später in der Garage von Georg Huber.

Beim Bau des Feuerwehrhauses 1991 entschloss sich die Gemeinde Niederaichbach, einen Raum für das Heimatmuseum bereitzustellen. Hier konnte nun das erhaltene heimatliche Kulturgut ausgestellt werden.

Am 08.12.1997 wurde die „Interessengemeinschaft Heimatmuseum“ gegründet.
Die Mitglieder dieser Interessengemeinschaft, ortsansässige Firmen und Bürger Niederaichbachs, unterstützen die Initiatoren beim Erfassen, Archivieren und Restaurieren der Exponate.
Grob unterteilt finden sich hier:

  • Bäuerliche und handwerkliche Gerätschaften
  • Gegenstände aus den Königsfelder Gräbern
  • vorchristliche Funde, Funde aus der jüngeren Stein- u. Bronzezeit, Mittelalter und Neuzeit

Vor 7000 Jahren wurde unsere Gegend von jungsteinzeitlichen Bauern bewohnt, wie der Fund eines Steinbeiles sowie Pfeilspitzen (Fundort: Wasserkraftwerk Niederaichbach) beweist. Ebenso ein Schwert aus der Bronzezeit (Fundort: Lichtensee), Kesselbleche (Fundort: Isarkies), sowie ein Landsknechtschwert (Fundort: Jenkofen) und Kanonenkugeln.

Bei der Kirchenrenovierung der Kirche St. Margaretha in Reichersdorf stieß man auf die Gräber des Königsfelder Adelsgeschlechtes (1506 – 1749 auf Schloss Niederaichbach). Ein Teilstück des Kirchturmes ist original datiert mit der Jahreszahl 1471. Das wertvollste Grab stammt aus dem Jahre 1546, die Grabstätte des Ritters Hanns Christoph von Königsfeld. Landshuter Archäologen brachten einen Jagddegen mit Beimesser, einen Dolch mit 2 Schneiden, einen Reitersporn und Sterbekreuze ans Tageslicht. Ein gefundener Silberpfennig aus dem Jahre 1290 wird der Münzstätte in Regensburg zugeschrieben. Hierbei handelt es sich um die älteste Münze, die in Niederaichbach gefunden wurde.

Im Dorf Niederaichbach gab es 3 Keramikbetriebe die zum Kröninger Hafnerbezirk gerechnet werden. Gute Lehmvorkommen, die für Ziegel und Gebrauchsgeschirr genutzt wurden, gab es hier schon seit dem Mittelalter. Jahrhunderte hindurch sorgten aufgebaute Handelsbeziehungen für gute Märkte und dauerhaften Wohlstand dieser zahlreichen hier ansässigen und berühmten Keramikwerkstätten. (Literaturhinweis: Kirchenführer St. Nikola 1993, St. Margaretha Reichersdorf 1994 Dr. Lampl / Stippel) Diese Kröninger Hafnerware wurde weit bis über die Landesgrenzen hinaus exportiert bzw. getauscht.

Der Hauptteil des Museums besteht aus Gebrauchsgegenständen von Haus, Hof und Landwirtschaft. Die Sammlung erstreckt sich über Gerätschaften des täglichen Gebrauchs, Einspanngeschirre für Pferde und Ochsen, Geräte für die Feldbestellung sowie Handwerksgeräte. Beachtung verdient ein Holzpflug aus dem Jahr 1860. Auch sind Brauchtumsgegenstände und Ausstellungsstücke aus dem religiösen Leben zu sehen.