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Feuerwehren

Zur Geschichte des Feuerlöschwesens

FeuerwehrDie Zähmung des Feuers gehörte in der Entwicklung der Menschheit zu den wichtigsten Aufgaben, die es zu lösen galt. Bis zum heutigen Tag ist nichts von dem Schrecken gewichen, der über uns kommt, wenn Häuser, Flugzeuge oder Autos zu brennen beginnen und die Macht des Feuers uns Menschen ohnmächtig werden lässt. Der nützliche Gebrauch des Feuers war schon immer von dem Gedanken begleitet, sich gleichzeitig davor zu schützen.

Die erste schriftlich niedergelegte Feuerschutzordnung stammt aus dem heutigen Irak, aus dem damaligen in der Bibel wohlbekannten Reich der Babylonier. König Hammurabi ließ um 2000 v. Chr. in seinem berühmten Gesetzeskodex Vorschriften einmeißeln, die Bauabstand, Mauerstärken und Bauweisen vorschrieben, um der Geisel der zahlreichen Städtebrände entgegenzuwirken.

Später ließ Kaiser Augustus (31 v.Chr. bis 14 n.Chr.) erstmals in großem Umfang eine Art hauptamtliche Feuerwehr in der Weltstadt Rom aufstellen, die zugleich noch andere Wachaufgaben hatte. Sieben Kohorten zu je 1000 Mann standen zu Beginn der Zeitenwende in Rom als Wachbataillone zur Verfügung. Erstaunlicherweise benutzten die Römer schon zur damaligen Zeit eine zweizylindrige Druckspritze, die der griechische Arzt und Physiker Ktesibius um 250 v.Chr. in Alexandria erfunden hatte. Durch Weiterentwicklung diese Spritze sorgte ein sogenannter Heronsball für einen ununterbrochenen Druckwasserstrahl und diese Pumpe besaß sogar ein Steigrohr.

Feuerwehr2In den Siedlungen des Mittelalters und in den Städten besaßen die Häuser keine Kamine. Es wurde bei offenem Feuer in den Hütten gekocht und geheizt. Viele Städte und Dörfer zur damaligen Zeit wurden Opfer von Feuerbrünsten und brannten bis auf die Grundmauern nieder. Im Brandfall konnte nur auf Selbst- und Nachbarschaftshilfe zurückgegriffen werden. 1518 wurde in Augsburg die erste Feuerlöschpumpenspritze gebaut. Der Goldschmied Anton Plattner hatte sie erfunden. Dem Zirkelschmied Johann Hantsch gelang eine wesentliche Verbesserung dieses Gerätes. Aus einem Wenderohr schoss ein Wasserstrahl ca. 25 m empor. Jedoch benötigte man 25 Mann Bedienung und diese Spritze musste von 3 Pferden gezogen werden. Nicht mitgerechnet die Menschenkette, die den Wasserbottich zu füllen hatten. Schläuche gab es damals nicht. Obwohl die alten Ägypter, Römer und Griechen bereits in der Antike abgedichtete Lederschläuche benützten. Um 1700 begann der Leipziger Weber Johannes Beck mit dem Weben von Schläuchen aus Hanf. Probleme ergab das Abdichten der Nähte, so begann er 1719 nahtlose Schläuche zu weben. Somit gilt Johannes Beck als Erfinder der Textilschläuche.

Der heute noch im Prinzip übliche Rundwebstuhl für Feuerwehrschläuche wurde von den Brüdern Burbach erfunden. Den ersten gummierten Feuerwehrschlauch produzierte 1874 Beuringer in Hannover. Doch leider waren bis in die Neuzeit hinein die Bürger mit völlig unzureichenden Mitteln bei Bränden immer noch auf sich alleine gestellt und auf Nachbarschaftshilfe angewiesen.

Erst der verheerende Brand 1842 in Hamburg hat in Deutschland die Idee der freiwilligen Feuerwehr geboren und damit zumindest in größeren Siedlungen viele Löschgruppen hervor brachte, so dass bei größeren Katastrophen ausreichende Einheiten gebildet werden konnten. So ging man dazu über in den Städten und später auch auf den Dörfern freiwillige Feuerwehren zu gründen, die organisiert und gut ausgerüstet im Brandfall zur Verfügung standen und heute noch stehen.

© Stippel Festschrift der FFW Niederaichbach